Schulische Förderung von Kindern mit AVWS

Es besteht nationaler und internationaler Konsens, dass der Zeitpunkt der Förderung ausschlaggebend für den Erfolg der Förderung ist. Hierbei gilt daher das Prinzip der frühzeitigen Förderung.

Notwendig ist die Umstrukturierung des wöchentlichen Förderunterrichts. Erkenntnisse der Förderung (Kindergarten: HLL) belegen, dass ein tägliches Training größere Fördererfolge zeitigt. Neurale Spuren bilden sich nur durch regelmäßiges Training ab. Es gilt doch als Förderziel die alte Realität (falsche Hörwahrnehmung) durch eine neue Realität (richtige Hörwahrnehmung) abzulösen.

Der Förderunterricht ist vor allem in der Schuleingangsphase wichtig, weil spätestens hier die Schulung der Verläuferfertigkeiten für den Schriftspracherwerb stattzufinden hat. Aber auch in den Klassen 3 und 4 der Grundschule, sowie in der Erprobungsstufe der Sekundarstufe I ist eine effiziente tägliche Förderung mit gleichzeitiger Einbindung von Fördermaßnahmen in den häuslichen Kontext möglich. Entweder werden die Fördermaßnahmen inhaltlich und organisatorisch in den Klassenunterricht integriert oder bilden sich in Förderbändern ab.

Die Inhalte des Förderunterrichts sollen sich auf übergeordnete Ebenen des Schriftspracherwerbs beziehen:
     • Übungen zur Förderung der auditiven Wahrnehmungsbereiche
     • Übungen zur Förderung metakognitiver/ metalinguistischer Fähigkeiten
     • Übungen zur Förderung der phonologischen Bewusstheit
     • Übungen zur Förderung des Arbeitsgedächtnisses

Förderung im Unterricht
Einzelfalldarstellung Übungen zur Förderung der auditiven Wahrnehmung von Schülern Förderung im Sprachuntericht
Darstellung einer Diagnose- und Interventionsstrategie für ein Kind der Klasse 6/7 an einer Schule für Lernbehinderte;
durchgeführt im Rahmen einer Examensarbeit zur Zweiten Staatsprüfung für das Lehramt an Sonderschulen
Aspekte:
Materialien
Vorbereitung
Durchführung
Variabilität
Möglichkeiten zur Verbesserung der Lese- und Rechschreibkompetenz in einer Klasse 7/8 der Schule für Lern- behinderte

Unsere Erfahrungen hierzu stammen aus der täglichen Arbeit an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt "Lernen". Wir sind uns bewusst, dass eine Förderung im sonderpädagogischen Raum einen anderen Stellenwert besitzt und daher im Unterricht eine andere Gewichtung erhält. Wir halten aber die Ergebnisse auch auf den Regelschulbereich für übertragbar.

Hingewiesen sei auf das Buch von Dr. Andreas Nickisch " Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen bei Schulkindern ", speziell zur Problematik von "Bottom-Up" und "Top-Down"- Prozessen.

Unabhängig von der Schulform (Regelschule, Förderschule) ist die Förderung eines Schülers dem speziellen Förderbedarf des betreffenden Kindes anzupassen. Dies bedeutet meistens die Anwendung einer multimodalen Strategie, die auch bei Kindern mit AVWS ihre Anwendung findet.

Für die Darstellung unserer Ergebnisse gilt, dass wir sie nicht als "Patentrezepte" oder als "Rezeptblock" sehen wollen.
Die folgenden Kriterien müssen bei der Förderung eines Kindes mit AVWS  beachtet werden:
• symptomspezifisch
• adaptiv
• entwicklungsstandorientiert
• teilfunktionsorientiert
Ein Literaturtipp: Norina Lauer " Zentral-auditive Verarbeitungsstörungen im Kindesalter "

Verstehen Sie unsere Ergebnisse als Anregung, sich persönlich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit!

Zugleich möchten wir Sie ermuntern, die eigenen Beobachtungen zu verifizieren und Kinder mit AVWS, unter der Prämisse einer realistischen Einschätzung,  im Unterricht zu fördern. Hierfür stehen Ihnen diese Tipps zur Verfügung:
• Sorgen Sie für einen Geräuschpegel, der also eine eindeutige Luftschallübertragung garantiert
• Bedenken Sie: Ein hoher Geräuschpegel in der Klasse ist kein Zeichen für einen lebhaften Unterricht
• Stellen Sie eine eindeutige Kommunikationsumgebung her
• Sprechen Sie Ihre Kommunikationspartner direkt an
• Schauen Sie Ihren Kommunikationspartner dabei an
• Erteilen Sie Anweisungen auch schriftlich
• Stille muss erlebt und erfahren werden
• Daher gehören unbedingt geräuscharme Situationen in den Unterricht
• Singen Sie mit Ihren SchülerInnen
• Lassen Sie Gedichte auswendig lernen und darbieten
• Nutzen Sie das Theater spielen
• Vielleicht lassen Sie mal die akustische Situation Ihres Klassenraumes untersuchen
• Erreichen Sie von jedem Standort in Ihrem Klassenzimmer die SchülerInnen akustisch gleich gut?

Noch ein Link für Sie "Bremer Studie - Lärm in Schulen verringern" - siehe unter:
www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/91585