Die außerschulische Therapie

Der ganzheitliche Ansatz des Projektes möchte sich auch dem Bereich der außerschulischen Therapie widmen. Was nutzen optimierte Diagnoseabläufe und Gutachten (im wahrsten Sinn des Wortes), wenn nun der darauf folgende Schritt einer therapeutischen Intervention gar nicht /teilweise/ unstrukturiert vollzogen wird?

Die Arbeitsgruppe 1 des Projektes stellt Ihnen im Folgenden ihr Konzept für eine außerschulische Therapie bei Kindern mit AVWS vor.



Bei der Therapie von auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen handelt sich um eine mehrdimensionale, ganzheitliche Therapie. Die im
Case-Management beteiligten Fachleute sehen sich daher als interdisziplinäres Team. Diese Kooperation sichert den Diagnoseablauf und steuert die Organisation der therapeutischen Intervention.
Erste Ansatzpunkte zur Realisierung eines Case-Managements werden in Lemgo schon praktiziert:
Der Schulpsychologische Dienst Lemgo tauscht sich mit der vor Ort tätigen Logopädie- Praxis aus. Seit Februar 2003 sind ein Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, ein Augenarzt und ein Pädagoge in das Case-Management eingebunden. Die Datensicherheit ist gewährt; die Eltern sind über den Informationsaustausch unterrichtet. An Hand eines Berichtsbogens werden die Daten der diagnostischen Erhebung beider Stellen erfasst. Damit bietet sich u.a. die Chance, einen Überblick über bisher erfolgte Diagnosen/ Interventionen schriftlich zu gewinnen, um Mehrfachtestungen zu vermeiden und den Stand des diagnostischen Verfahrens und dessen Ergebnisse zu dokumentieren.

Im Bereich der Therapie sieht die Arbeitsgruppe folgende Therapieansätze:

Mehrdimensionale Therapie für Kinder mit AVWS     AVWS mit assoziierten Störungen nach ICD 10 Therapieansätze/Therapiebausteine bei assoziierten Störungen
• Auditorisches Training
   (Hesse et al.)
• gesundheitliche Störungen
   Allergie, Stoffwechsel
- Medikamentöse Therapie
- Elternberatung
• Auditives Wahrnehmungstraining
   (Nickisch et al.)
    • Hyperaktivität - Multimodale Therapie
• Vermittlung metalinguistischer     Strukturen      • Umschriebene        Entwicklungsstörungen
  schulischer Fertigkeiten:
   
        - LRS - Basales Training/Aufbautraining
• Vermittlung metakognitiver      Strategien       - isolierte Rechtschreibstörung - Rechtschreibtraining
        - Rechenstörung    
• Schulberatung (u.a. telefonisch)     - Kombinierte Störung  - Graphomotorisches Training,
- Sensorische Integrationstherapie
   u.a.
• Elternberatung (Rolle als
  Co-Therapeuten)
    • Störung der motorisch/ visuellen
   Fertigkeiten
- Ergotherapie, Orthoptist
- Sensorische Integrationstherapie    u.a.
    • Störungen des Sozialverhaltens - Spieltherapie, Verhaltenstherapie,
   Familientherapie
• Abschlussbericht (Nachtests,   Empfehlungen, Hinweis auf   Störungen) • Angststörungen - Verhaltenstherapie, Suggestions-
   therapie u.a.
Beratung und Empfehlungen für schulische Fördermaßnahmen

Auditorisches Training nach Hesse et al.:
   Dieses Training findet im privaten Hörinstitut Hesse (n) in Bad Arolsen statt. Das Hörinstitut ist der dortigen
   Tinnitus-Klinik ( www.tinnitus-klinik.de ) angegliedert.
   Die Zeitdauer des Trainings beträgt 14 Tage bei stationärer Unterbringung. Nach Einzelfallentscheidung erstattet die         Krankenkasse die entstehenden Kosten für Diagnose, Therapie und Unterbringung.

Das auditive Wahnehmungsstraining nach Nickisch et al.:
   Dieses Training ist ein ambulantes Trainingsprogramm, das an der Kinderklinik in München entwickelt wurde.

Multimodale Therapie: nach Döpfner, Lauth/ Schlottke

Basales Training: u.a. Kieler Trainingsaufbau, Reuter-Liehr

Rechtschreibtraining: u.a. Sommer-Stumpenhorst

Graphomotorisches Training: u.a. Schilling, Naville, Hermann

Sensorische Integrationstherapie: u.a. Fisher, Murray, Bundy

Osteopathische Behandlung: Guerrassimiouk, Markhoff